Europawahl 2024: Wahlprognosen - Umfragen

Ergebnisse der Europawahl 2024

Bei der Europawahl 2024 waren knapp 370 Millionen Bürgerinnen und Bürger in den 27 Mitgliedsländern aufgerufen, mit ihrer Stimme über den künftigen Kurs der Europäischen Union mitzuentscheiden. In Deutschland waren 65 Millionen Menschen wahlberechtigt, darunter auch erstmals Jugendliche ab 16 Jahren. Wie haben die Parteien abgeschnitten? Wie sehen die Ergebnisse in den Bundesländern aus? Welche Ergebnisse gab es europaweit? Wie ist die künftige Sitzverteilung im Europäischen Parlament? Ergebnisse und Analysen rund um die Wahlen.
Umfragen für Deutschland
im Vorfeld zu Europawahlen sind auch in Deutschland Umfragen zum Abstimmungsverhalten der Bürgerinnen und Bürger gestartet. Auf die Frage „Wenn am nächsten Sonntag Europawahl wäre …" werden entsprechende Daten erhoben.
Im folgenden Grafiken präsentieren wir Ergebnisse der Sonntagsumfragen zur Europawahl 2024 sowie zur vergangenen Europawahl 2019 im Vergleich.
In der Grafik verwendete Abkürzungen:
CDU/CSU – Christlich Demokratische Union Deutschlands/Christlich-Soziale Union in Bayern
Grüne – BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN
SPD – Sozialdemokratische Partei Deutschlands
AfD – Alternative für Deutschland
Linke – Die Linke
FDP – Freie Demokratische Partei
Die PARTEI – Partei für Arbeit, Rechtsstaat, Tierschutz, Elitenförderung und basisdemokratische Initiative
FW – FREIE WÄHLER
TP - PARTEI MENSCH UMWELT TIERSCHUTZ
BSW – Bündnis Sahra Wagenknecht
SN – Sonstige
Die Reihenfolge der Parteien in der Grafik entspricht dem letztendlichen Wahlergebnis der einzelnen Parteien bei der vorhergegangenen Europawahl 2019. Bei Klick auf das jeweilige Umfragedatum in der Tabelle, wird das dazugehörige Balkendiagramm eingeblendet.

Rechtsruck in Europa?
Ob Schweden und Finnland im Norden, Polen und Ungarn im Osten oder Italien und Spanien im Süden: rechtspopulistische und rechtsextreme Parteien werden seit Jahren europaweit immer stärker. Bereits bei den Europawahlen 2014 und 2019 ging ein Gespenst um in Europa – das Gespenst des Rechtspopulismus. Auch bei der Europawahl 2024 haben EU-skeptische, rechtspopulistische oder (extrem) rechte Parteien weiter an Stimmen hinzugewonnen – und damit an Einfluss im Europäischen Parlament. Welche Forderungen stellen diese Parteien? Wo liegen die Gründe für ihren Erfolg?

Fraktionen am rechten Rand
Im Europäischen Parlament gibt es derzeit zwei Fraktionen, die dem rechtspopulitischen bis rechtsextremistischen Spektrum zuzuordnen sind: die „Europäischen Konservativen und Reformer" (EKR/ECR) und die Fraktion „Identität & Demokratie" (ID). Beide Fraktionen haben bei der Europawahl 2024 Sitzen hinzugewonnen. Somit werden die Rechtsaußenparteien das Zentrum des künftigen Europäischen Parlaments weiter nach rechts verschieben. Für welche Positionen stehen die beiden Fraktionen? Warum überhaupt gibt es zwei Fraktionen am äußeren rechten Rand und nicht eine?

Porträts: Parteien am rechten Rand
In immer mehr EU-Mitgliedstaaten gelingt es rechtspopulistischen oder rechtsextremen Parteien, sich an der Regierung zu beteiligen. In Frankreich kam es zu anhaltenden Unruhen, die die Debatte nach rechts verschoben. In Deutschland befindet sich die AfD (zumindest in Umfragen) im Aufwind. In manchen EU-Staaten gingen rechtspopulistsiche Parteien als stärkste Kraft aus der Europawahl hervor. Welche Parteien sind dem Spektrum rechts der Mitte zuzuordnen? Wie haben sie bei der Europawahl 2024 abgeschnitten? Eine Aufstellung der einzelnen Parteien mit jeweiligem Kurzporträt:
Prognose Sitzverteilung im Europäischen Parlament
auf Basis aggregierter nationaler Umfragen
In der Grafik verwendete Abkürzungen:
EVP – Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten)
S&D – Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament (Sozialdemokraten)
Renew – Fraktion der Renew Europe (Freie Wähler und FDP)
Grüne/EFA – Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz
ID – Fraktion Identität und Demokratie
EKR – Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer
Linke - Die Linke GUE/NGL: Konföderale Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordischen Grünen Linken
FL: fraktionslos
SN: Sonstige - Neue Mitglieder, die keiner Fraktion des scheidenden Parlaments angehören
Da es keine gesamteuropäischen Wahlumfragen gibt, basieren die Projektionen auf dem Portal Der europäische Föderalis auf aggregierten nationalen Umfragen und Wahlergebnissen aus allen Mitgliedstaaten.
Auch die Plattform PolitPro erstellt auf Basis aggregierter Umfragen Wahltrends mit Projektionen für jeweilis 27 EU-Staaten.
Die Reihenfolge der Parteien in der Grafik entspricht dem letztendlichen Wahlergebnis der einzelnen Parteien bei der vorhergegangenen Europawahl 2019. Bis September 2023 basierte die Sitzprojektion auf 705 Sitzen, danach auf 720 Sitzen. Im EU Rat hat man sich darauf geeinigt, die Gesamtsitzzahl der Sitze im Parlament aufzustocken. Gemäß der „degressiven Proportionalität“ erhalten große Staaten haben mehr Sitze als kleine. Da sich die Einwohnerzahl einiger Länder geändert hat, mussten die Kontingente angepasst werden.
Bei Klick auf das jeweilige Umfragedatum in der Tabelle, wird das dazugehörige Balkendiagramm eingeblendet.
| EVP | S&D | Renew | Grüne/EFA | ID | EKR | Linke | Fraktionslos | Offen |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 186 | 135 | 79 | 53 | 58 | 73 | 36 | 45 | 55 |
Derzeit gibt es im Europäischen Parlament sieben Fraktionen
EVP – Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten)
S&D – Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament (Sozialdemokraten)
Renew – Fraktion der Renew Europe (Freie Wähler und FDP)
Grüne/EFA – Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz
ID – Fraktion Identität und Demokratie
EKR – Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer
Linke - Die Linke GUE/NGL: Konföderale Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordischen Grünen Linken
In diesen sieben Fraktionen sind rund 200 nationale Parteien vertreten. Zudem gibt es noch Abgeordnete, die sich keiner Fraktion angeschlossen haben und infolgedessen als „Fraktionslos" bezeichnet werden.
Parteien werden nur bestehenden Fraktionen zugeordnet – aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der jeweils entsprechenden europäischen politischen Partei.
Mit dem Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union hat sich die Anzahl der Sitze im Europäischen Parlament von 751 auf 705 Sitze reduziert. Bei der Europawahl 2024 werden künftig 720 Sitze vergeben.
Weitere Informationen zum Europäischen Parlament und den dort vertretenen Fraktionen.
Zur Aussagekraft von Wahlprognosen
Wenn am nächsten Sonntag Europawahl wäre...
Der Informationswert von Wahlprognosen im Vorfeld einer Wahl müssen immer kritisch hinterfragt werden. Die Umfrageergebnisse der Institute können bestenfalls Richtwerte sein.
Die Wahlen in den letzten Jahrzehnten haben gezeigt, dass die Umfragen nur selten den tatsächlichen Ergebnissen entsprochen haben, aber dennoch dienen sie als Hinweis über die Stimmung im Lande zu einem bestimmten Zeitpunkt.
Wahlprogrnosen werden häufig verwendet, um die politischen Gegner unter Druck zu setzen. Nach Ansicht von Wahlforschern kommt es vor allem dann zu deutlichen Fehlprognosen, wenn ein großer Anteil der Wählerinnen und Wähler bis kurz vor der Wahl unentschlossen ist. Ein hoher Anteil an Wechselwählern kann Prognosen zusätzlich erschweren. Ein statistischer Fehler von 1,5 bis 3 Prozentpunkten (Fehlertoleranz) ist in der Regel zu beachten.
Ob die Veröffentlichung von Umfrageergebnissen Wahlen beeinflussen kann, ist umstritten. Letztendlich zählt, wie die Wählerinnen und Wähler an der Wahlurne entscheiden und nicht, was Demoskopen vorhersagen.
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