Luxemburg
Eine kleine Landeskunde – kurz gefasst

Mitten in Europa liegt einer der kleinsten europäischen Staaten: das Großherzogtum Luxemburg. Das Land ist etwa so groß wie das Saarland, also eines der kleinen deutschen Bundesländer, und hat knapp 700.000 Einwohner. Der Norden des Landes ist vom Gebirge der Ardennen bedeckt, das in Luxemburg Ösling heißt. Zusammen mit Belgien und den Niederlanden bildet Luxemburg die Benelux-Staaten. Das Wort setzt sich aus den Anfangsbuchstaben der Länder zusammen. Politisch und wirtschaftlich arbeitet man eng zusammen.
Während der Norden des Landes, das Ösling, stark bewaldet ist, wird der Süden – das sogenannte Gutland – vor allem landwirtschaftlich genutzt. Dort findet man vor allem Felder und Weideland. Insgesamt ist Luxemburg ein sehr grünes Land: etwa ein Drittel besteht aus Wald. Ein besonderes Naturhighlight ist das Müllerthal im Osten, häufig auch „Klein-Schweiz“ genannt. Mit seinen tiefen Schluchten, verwinkelten Tälern, Felsen und dichten Wäldern ist es ein beliebtes Ziel für Wanderer und Naturfreunde.
Luxemburg ist ein Großherzogtum, das heißt eine konstitutionelle Monarchie auf parlamentarisch-demokratischer Grundlage. Das bedeutet, dass der Großherzog von Luxemburg das Land regiert. Dabei muss er sich an die vom Parlament beschlossenen Gesetze halten. Der Großherzog ist das Staatsoberhaupt, der Premierminister ist Chef der Regierung. Besonders ist zudem die Wahlpflicht ab 18 Jahren, sprich Bürgerinnen und Bürger Luxemburgs müssen zur Wahl gehen.
Die gleichnamige Hauptstadt Luxemburg ist (neben Brüssel und Straßburg) auch der Verwaltungssitz der Europäischen Union. Damit sind wichtige Behörden hier zu finden wie etwa der Europäische Gerichtshof und der Europäische Rechnungshof. Die Stadt zieht Touristen besonders mit dem Großherzoglichen Palast, dem Amtssitz des luxemburgischen Herzogs an. Die Luxemburger Altstadt gehört sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe. Das Land gehört zudem zu den wichtigsten Finanzplätzen der Erde, denn über 100 Banken haben ihren Sitz in Luxemburg. Die Menschen in Luxemburg sind tendenziell wohlhabend, das Land hat das höchste Pro-Kopf-Einkommen in der Europäischen Union.
Luxemburg ist ein ausgesprochen internationales Land. Fast die Hälfte aller Staatsbürger stammt ursprünglich nicht aus Luxemburg. Viele Menschen aus Portugal, Italien, Frankreich, Belgien und Deutschland leben und arbeiten hier. Die Sprachlandschaft ist entsprechend vielfältig: Gesprochen wird Lëtzebuergesch, außerdem Französisch und Deutsch, die jeweils offizielle Funktionen im Alltag, in Schulen und in Behörden erfüllen.
In Luxemburg isst man traditionell deftig und einfach. Ein typisches Gericht ist Judd mat Gaardebounen. Das ist geräuchertes Schweinefleisch mit dicken Bohnen. Diese Bohnen mag man auch gerne in der Bouneschlupp, eine Bohnensuppe mit Kartoffeln.
So klein das Land ist, ist Luxemburg dennoch eines der sechs Gründungsmitglieder des Vorläufers der Europäischen Union, zusammen mit Frankreich, Deutschland, Belgien, Italien und den Niederlanden. Ebenso gehört es zu den Gründungsmitgliedern des 1949 entstandenen NATO-Bündnisses.
Sämtliche Landeskunden über EU-Staaten:
Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern. Derzeit stehen noch nicht alle Landeskunden vollständig bereit, wir werden diese in nächster Zeit noch ergänzen.
Steckbrief
Hauptstadt:
Luxemburg
Fläche:
2.586 km²
Bevölkerungsdichte:
43 Einwohner pro km²
Bevölkerungsanzahl:
660.000
Amtssprache:
Luxemburgisch, Französisch, Deutsch
Währung:
Euro
BIP pro Kopf:
126.000 Euro (2024)
Arbeitslosenquote:
5,8 % (2024)
Parlamentarische Monarchie:
Staatsoberhaupt:
Großherzog Guillaume V.
Premierminister:
Luc Frieden
Demokratieindex:
Platz 10
In der Europäischen Union:
Mitglied seit:
1. Januar 1958
Abgeordnete im Europäischen Parlament:
6
Geschichte
Das Gebiet des heutigen Luxemburg war bereits in der Altsteinzeit besiedelt. In der Antike war die Region Teil des Römischen Reiches. Es lebten dort die Kelten vom Stamm der Trever. Im 1. Jahrhundert v. Chr. kamen die Römer und eroberten das Gebiet, nach und nach wurden die Kelten romanisiert und Teil des Römischen Reiches. Nach dem Untergang des Weströmischen Reiches wurde Luxemburg im 5. Jahrhundert Teil des Fränkischen Reiches. Das Frankenreich wurde wiederum im 10. Jahrhundert zum Heiligen Römischen Reich. Luxemburg war damit Bestandteil dieses Großreiches.
Ab dem 11. Jahrhundert entwickelte sich Luxemburg zu einer bedeutenden Grafschaft, die von der Dynastie der Luxemburger beherrscht wurde. Aus der Grafschaft wurde im 14. Jahrhundert ein Herzogtum. Die Luxemburger stellten mehrere römisch-deutsche Kaiser, darunter Karl IV., und machten Luxemburg zu einem einflussreichen Zentrum des Heiligen Römischen Reiches.
Im 15. Jahrhundert gelangte das Land zunächst unter burgundische und später unter habsburgische Herrschaft. Im 16. Jahrhundert geriet Luxemburg unter spanische Kontrolle. Im 18. Jahrhundert fiel das Gebiet zunächst an Österreich, als das Heilige Römische Reich 1806 endete, besetzte Frankreich das Land und Luxemburg wurde Teil des französischen Staatsgebiets.
Nach dem Wiener Kongress 1815 wurde Luxemburg zu einem Großherzogtum erhoben und in Personalunion mit dem Königreich der Niederlande verbunden. Doch die luxemburgische Bevölkerung lehnte sich gegen die niederländische Herrschaft auf. 1839 wurde das Land geteilt: Der westliche Teil fiel an Belgien, der östliche bildete das eigenständige Großherzogtum Luxemburg unter niederländischer Krone. Nach der sogenannten Luxemburg-Krise (einem gescheiterten Versuch Napoleons III., das Gebiet zu kaufen) wurde Luxemburg bei einem Treffen der Großmächte 1867 mit dem Zweiten Londoner Vertrag „für immer neutral“ erklärt und erlangte seine Unabhängigkeit.
Im Ersten Weltkrieg wurde Luxemburg von deutschen Truppen besetzt, konnte seine staatliche Ordnung jedoch weitgehend bewahren. Auch im Zweiten Weltkrieg besetzten die Deutschen das Land, annektierten es faktisch und unterdrückten die Bevölkerung. Nach der Befreiung durch alliierte Truppen 1944 erhielt Luxemburg seine Souveränität zurück.
Luxemburg ist bis heute ein Großherzogtum. Seit 2025 ist Guillaume der amtierende Großherzog des Landes.

Hymne
Ons Heemecht
1. Strophe
Wou d’Uelzecht durech d’Wisen zéit,
Duerch d’Fielsen d’Sauer brëcht.
Wou d’Rief laanscht d’Musel dofteg bléit,
Den Himmel Wäin ons mëcht.
Dat as onst Land, fir dat mir géif,
Heinidden alles won.
Ons Heemechtsland, dat mir sou déif
An onsen Hierzer dron.
4. Strophe
O Du do uewen, deem séng Hand
Duurch d’Welt d’Natioune leet.
Behitt Du d’Lëtzebuerger Land
Vru friemem Joch a Leed!
Du hues ons all als Kanner schon
De fräie Geescht jo gin.
Looss viru blénken d’Fräiheetssonn
Déi mir sou laang gesin.
Übersetzung:
Unser Heimatland
1. Strophe
Wo die Alzette durch die Wiesen zieht,
Durch die Felsen die Sauer bricht,
Die Rebe längs der Mosel blüht,
Der Himmel Wein verspricht:
Dort ist das Land, für dessen Ehr
Kein Opfer uns zu schwer,
Die Heimat, die als teures Gut
In unseren Herzen ruht.
4. Strophe
O Du dort droben, dessen Hand
Den Völkern gibt Geleit,
Behüt das Luxemburger Land
Vor fremdem Joch, vor Leid!
Als Kind empfingen wir von Dir
Den freiheitlichen Sinn,
Die Freiheitssonne, unsre Zier,
Lass leuchten fernerhin
Weitere Informatiionen zur Entstehung:
BpB: Die EU-Mitgliedstaaten und ihre Nationalhymnen
Nationalhymne zum Anhören
Auf Luxemburgisch
| Deutsch | Luxemburgisch |
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