Umfragen
rund um die Europäische Union und die Europawahlen

In Umfragen im Vorfeld der Europawahl werden im Rahmen von Eurobarometer und Politbarometer Fragen rund um die Europawahl, die Europäische Union sowie über aktuelle Themen gestellt. Wie ist derzeit die Stimmung in Bezug auf Europa? Inwieweit erhoffen die EU- Bürgerinnen und - Bürger über die Beteiligung an Europawahlen sich auf EU-Ebene Gehör zu verschaffen? Welche EU-Länder glauben mehrheitlich, die EU-Mitgliedschaft ihres Landes sei eine gute Sache? Wie viel liegt den EU-Bürgerinnen und -Bürgern an einer demokratischen Union? Wie meistert die EU die wichtigen Herausforderungen`? Was sind derzeit die zentralen Themen?
Ergebnisse der Europawahl 2024

Bei der Europawahl 2024 waren knapp 370 Millionen Bürgerinnen und Bürger in den 27 Mitgliedsländern aufgerufen, mit ihrer Stimme über den künftigen Kurs der Europäischen Union mitzuentscheiden. In Deutschland waren 65 Millionen Menschen wahlberechtigt, darunter auch erstmals Jugendliche ab 16 Jahren. Wie haben die Parteien abgeschnitten? Wie sehen die Ergebnisse in den Bundesländern aus? Welche Ergebnisse gab es europaweit? Wie ist die künftige Sitzverteilung im Europäischen Parlament? Ergebnisse und Analysen rund um die Wahlen.
Interesse an der bevorstehenden Europawahl
Die Ergebnisse der Eurobarometer-Umfrage vom Juni 2023 zeigen, dass die Bürgerinnen und Bürger die bevorstehenden Europawahlen zunehmend wahrnehmen. Das Interesse liegt bei 56 % und ist damit sechs Prozentpunkte höher als ein Jahr vor den letzten Europawahlen. Ferner geben 67 % der Bürgerinnen und Bürger an, dass sie wahrscheinlich wählen werden, während dies 2018 nur 58 % sagten.
71 % der Europäer geben an, dass sich EU-Maßnahmen auf ihr tägliches Leben auswirken. Die EU-Maßnahmen, mit denen die Bürgerinnen und Bürger am zufriedensten sind, sind die Unterstützung für die Ukraine (69 %), demokratische Rechte und die Achtung der Rechtsstaatlichkeit (64 %) sowie die Außenpolitik (54 %).

Einstellung der Bürger:innnen zur Korruption in der EU
Wie das Spezial Eurobaromter 534 vom April/Mai 2023 ergab, halten 64 % der Europäer Korruption für inakzeptabel. 27 % halten es für akzeptabel, ein Geschenk zu übergeben, um etwas von einer öffentlichen Verwaltung oder einem öffentlichen Dienst zu erhalten.
70 % der Befragten glauben, dass Korruption in ihrem Land weit verbreitet ist, wobei es in den EU-Staaten große Unterschiede gibt.

EU-Antwort auf den Krieg in der Ukraine
Das im Mai 2022 veröffentlichte Flash Eurobarometer 506 befasst sich mit dem Krieg in der Ukraine und der Reaktion der Europäischen Union. Mehr als acht von zehn Befragten machen sich demnach persönlich Sorgen über den Krieg in der Ukraine.
Nach Auffassung eines Großteils der Bevölkerung hat die EU seit Beginn des Krieges im Februar 2022 Solidarität gezeigt (79 %) und geschlossen (63 %) und schnell reagiert (58 %). Allerdings sind nur ungefähr die Hälfte der Befragten zufrieden damit, wie die nationalen Behörden in ihrem Land, die EU Behörden, die NATO und die Vereinigten Staaten auf den Krieg reagiert haben (zwischen 47 % und 54 %).
Die Befragten sprechen sich weitgehend für eine uneingeschränkte Unterstützung der Ukraine und ihrer Bevölkerung aus. Mehr als neun von zehn Befragten (93 %) befürworten insbesondere die Bereitstellung humanitärer Hilfe für vom Krieg betroffene Menschen. 88 % der Menschen in Europa unterstützen den Gedanken, Menschen, die vor dem Krieg fliehen, in der EU willkommen zu heißen. 80 % befürworten die finanzielle Unterstützung für die Ukraine. Auch die gegen Russland verhängten Wirtschaftssanktionen befürwortet die überwiegende Mehrheit der EU-Bevölkerung (80 %).
Was einen künftigen EU-Beitritt der Ukraine anbelangt, finden 66 %, dass die Ukraine der EU beitreten sollte, wenn sie bereit dafür ist, 71 % nehmen die Ukraine als Teil der europäischen Familie wahr.
Zufriedenheit der EU-Bürger mit den Behörden ihres Landes sowie internationalen Organisationen in Bezug auf den Krieg in der Ukraine
Das Anfang 2022 veröffentlichte Spezial-Eurobarometer 517 geht Fragen zur „Zukunft Europas“ nach, erhebt aktuelle Zustimmungswerte zur EU fragt nach aktuellen Themen und Herausforderungen. Die Umfrage wurde von September bis Oktober 2021 durchgeführt.
Beteiligungsmöglichkeiten in der EU
Frage: Welche der folgenden Dinge sind Ihrer Meinung nach am besten geeignet, um sicherzustellen, dass Ihre Stimme von Entscheidungsträgern auf EU-Ebene gehört wird?
Sich an Europawahlen beteiligen wird eindeutig für die effizienteste Möglichkeit gehalten, sich bei den Entscheidungsträgern auf EU-Ebene Gehör zu verschaffen (55%). Weitere beliebte Optionen sind sich an anderen Wahlen beteiligen (30%, und Unterzeichnen einer Petition (21%,), die von mindestens jedem fünften Befragten erwähnt werden.
Zustimmung zur EU-Mitgliedschaft
Frage: Ist die Mitgliedschaft (unseres Landes) in der EU Ihrer Meinung nach im Allgemeinen eine gute Sache, schlechte Sache, weder noch?
In allen Mitgliedstaaten (außer in der Slowakei und Griechenland) gibt die Mehrheit der Befragten an, dass die EU-Mitgliedschaft ihres Landes eine gute Sache ist. Am positivsten fällt das Urteil mit 89& in Luxemburg aus, am negativsten demnach in der Slowakei und in Griechenland, wo nur jeweils 39% der Befragten der Meinung sind, die EU sei eine gute Sache.
Vorzüge der EU
Frage: Welches sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Vorzüge der EU?
Laut Umfrage sind die wichtigsten Vorzüge der EU ihre Achtung der Demokratie, der Menschenrechte und die Rechtsstaatlichkeit (27%) sowie ihre Wirtschafts-, Industrie- und Handelsmacht (25%). Mehr als jeder fünfte Befragte erwähnt auch die guten Beziehungen und die Solidarität zwischen den EU-Mitgliedstaaten oder den Lebensstandard der EU-Bürger:innen (jeweils 22%).
Herausforderungen für die EU
Frage: Welche der folgenden sind Ihrer Meinung nach die größten Herausforderungen für die EU?
Laut den Befragten sind die drei größten Herausforderungen, denen die EU gegenübersteht, soziale Ungleichheiten (36%), Arbeitslosigkeit sowie Umweltfragen und Klimawandel (jeweils 32%), wenngleich Migrationsfragen von fast ebenso vielen Befragten erwähnt werden (31%).
Demokratie in der EU
Frage: Inwieweit stimmen Sie jeder der folgenden Aussagen zu oder nicht zu?
Eine sehr klare Mehrheit der Europäer (90%) stimmt zu, dass die Stimme der EU-Bürger:innen bei Entscheidungen über die Zukunft Europas stärker berücksichtigt werden sollte. Beinahe ebenso viele (89%) stimmen zu, dass noch viel getan werden muss, um die Demokratie in der EU zu stärken und dass noch viel getan werden muss (88%), um die Demokratie in der EU zu schützen,
Vertrauen in die Institutionen der EU
Frage: Wie viel Vertrauen haben Sie in die Institutionen der EU?
In Bezug auf die Zukunft der EU blicken zwei Drittel der Befragten optimistisch nach vorne (66 %, + 6 %), Dies ist das beste Ergebnis seit Herbst 2009. Was das aktuelle Image von der EU anbelangt, bleibt der Wert auf einem ähnlichen Niveau, bei 45% der Befragten ruft die EU ein positives Bild hervor. Das Vertrauen in die Institutionen der Europäische Union ist im Verlauf der Corona-Pandemie wieder angestiegen auf 49%. Dies ist der höchste Stand seit 2008.
Wichtige Herausforderungen
Frage: Was sind Ihrer Meinung nach die wichtigsten Probleme, denen die EU derzeit gegenüber steht?
Das Eurobarotemer vom Frühjahr 2021 hat ebenfalls nach der aktuellen Bedeutung von Themen Problemen gefragt. Als wichtigstes Thema auf europäischer Ebene wurde die wirtschaftliche Lage von 27 % der Befragten genannt. Das Thema Umwelt und Klimawandel ist mit 25% auf den zweiten Platz vorgerückt (zuvor Platz 4), gleichauf mit dem Thema Zuwanderung mit ebenfalls 25%. Das Thema Gesundheit liegt auf Platz 4 mit 22 %.
Vertrauen in die EU in der Cororna-Pandemie
Frage: Haben Sie seit Beginn der Corona-Pandemie mehr oder weniger Vertrauen in die EU?
Das Vertrauen der Bürger:innen in die EU-Institutionen hat aufgrund des Umgangs mit der Covid-19-Pandemie und der Impfstoffbeschaffung im Verlauf von 2020/21 abgenommen, so eine Umfrage des Thinktank ECFR vom Juni 2021. In Deutschland ist dieser Effekt am stärksten, fast die Hälfte der Deutschen (49 %) gab an, aufgrund der Impfstoffpolitik weniger oder sehr viel weniger Vertrauen in die EU zu haben. Und eine Mehrheit der Deutschen (55 %) hält das politische System in Europa inzwischen für „unzulänglich". Das europäische Projekt ist jedoch nicht zum Scheitern verurteilt, so die Studie, da die Bürger:innnen immer noch an die Notwendigkeit einer stärkeren Zusammenarbeit glauben – insbesondere zur Stärkung der EU als globaler Akteur.
Positives oder negatives EU-Bild
Frage: Ganz allgemein gesprochen, ruft die EU bei Ihnen ein sehr positives, ziemlich positives, weder positives noch negatives, ziemlich negatives oder sehr negatives Bild hervor?
Die Umfrage vom November 2020 in der Reihe „Die Zukunft Europas” kam zu folgenden Ergebnissen:
Insgesamt ist das Stimmungsbild gegenüber der EU recht durchwachsen. Etwas weniger als die Hälfte der Befragten in Europa haben ein positives Bild von der EU, wobei die Meinungen in den einzelnen Mitgliedstaaten stark auseinander gehen. So haben beispielsweise in der Slowakei nur 34% der Menschen ein positives Bild von der EU, in Irland hingegen sind es 74%.
Wahlthemen 2019
Frage: Welches Thema spielt für Ihre Wahlentscheidung bei der Europawahl die größte Rolle? Und was spielt die zweitgrößte Rolle? (Mehrfachnennungen möglich)
Der EuropaTREND im Auftrag der ARDergab mittels einer Infratest dimap Umfrage im Mai 2019 folgende Ergebnisse:
- Umwelt- und Klimaschutz: 48%
- soziale Sicherheit. 43%
- Friedenssicherung: 35%
- Zuwanderung: 25%
- Wirtschaftswachstum: 19%
- Stabilität der Währung: 14%
Zugehörigkeit zur EU
Frage: Fühlen Sie sich als Bürgerin bzw. Bürger der EU?
Eurobarometer-Umfragen, welche die Europäische Kommission seit vielen Jahren in Auftrag gibt, erfragen regelmäßig die Einstellungen der Bürgerinnen und Bürger in Sachen Europa und lassen Trends ablesen. Die Eurobarometer-Umfrage aus dem Frühjahr 2018 ergab, dass sich zwar in allen EU-Mitgliedstaaten eine Mehrheit der Befragten als Bürger bzw. Bürgerin der EU fühlt, jedoch gibt es im Ländervergleich große Unterschiede. So liegen Griechenland und Bulgarein mit 51% ganz hinten und Luxemburg mit 93% ganz vorne. Differenzierter betrachtet lassen sich zudem Unterschiede auszumachen, was den Grad der Bildung und Verdiensthöhe anbelangt. „Europäisch“ fühlen sich vor allem besserverdienende, gut gebildete, hochmobile und junge Eliten. Europaskeptisch sind dagegen ältere, geringer gebildete Arbeiter.
Standard Eurobarometer Frühjahr 2018
Vor-und Nachteile der EU
Frage: Bringt die EU der deutschen Bevölkerung vor allem Vorteile oder Nachteile?
51 Prozent der Befragten finden laut Politbarometer, die EU bringe der deutschen Bevölkerung vor allem Vorteile. Lediglich für 14% überwiegen die Nachteile und 33% meinen, dass sich Vor- und Nachteile ausgleichen. Insgesamt stehen die Vorteile der EU-Mitgliedschaft derzeit für die Deutschen so stark im Vordergrund wie zuletzt vor rund einem Jahr, als direkt nach der Brexit-Abstimmung in Großbritannien der positivste Wert (Juli I 2016: 51 Prozent) im Politbarometer gemessen wurde.
Auch die Zusammenarbeit in der EU solle laut der Befragen intensiver werden. So halten 97% eine engere Kooperation bei der Terrorbekämpfung für wichtig (nicht wichtig: 2%), 94% bei der Flüchtlingspolitik (nicht wichtig: 4%) und 90% bei der Außen- und Sicherheitspolitik (nicht wichtig: 9%.
Die EU und Flüchtlinge
Das Vertrauen in die gerechte Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der EU ist gering. Lediglich 18% der Deutschen gehen davon aus, dass es in Zukunft zu einer gleichmäßigeren Verteilung kommen wird, 78% bezweifeln das. Große Zustimmung findet der Vorschlag, dass Länder, die sich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen, Ausgleichszahlungen leisten sollen. 82% befürworten das, 15% sind dagegen.
Zum Polit-Barometer September 2017
Brexit
Dem Brexit stehen die befragten Deutschen eher skeptisch und hart gegenüber: Die meisten Deutschen (82%) sind dagegen, Großbritannien in den Brexit-Verhandlungen mit der EU stark entgegenzukommen. Nur 14 % sind für größere Zugeständnisse an das Land. Langfristig erwarten zwei Drittel (67%), dass der Austritt Großbritanniens eher negative Folgen für die EU haben wird, 17 % glauben, dass sich das letztlich eher positiv auswirken wird.
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