Litauen

Eine kleine Landeskunde – kurz gefasst

Litauen liegt im Nordosten Europas und ist der südlichste der drei baltischen Staaten. Alle drei – Estland, Lettland und Litauen – liegen an der Ostsee. In ganz Litauen leben nur rund 2,8 Millionen Menschen, also etwa so viele wie in Berlin. Knapp ein Drittel von Litauen ist von Wald bedeckt. Moore und Sümpfe nehmen etwa drei Prozent der Landesfläche ein. Entlang der Ostseeküste finden sich lange, naturbelassene Sandstrände. Bekannt ist Litauen vor allem für die „Kurische Nehrung”, eine schmale, fast 100 Kilometer lange Landzunge mit einer einzigartigen Landschaft aus riesigen, wandernden Sanddünen, endlosen Stränden und dichten Kiefernwäldern. Eine solche Landzunge ist einmalig in ganz Europa.

Ein weitere Sehenswürdigkeit Litauens ist der Berg der Kreuze bei Šiauliai, gelegen zwischen der Hauptstadt Vilnius und der Ostsee. Der Berg der Kreuze ist das prominenteste, aber nicht das einzige Beispiel für die litauische Kunst des Kreuzmachens – eine Volkskunst, die zum UNESCO-Kulturerbe zählt. Zum ersten Mal stellten die Menschen dort im 19. Jahrhundert Kreuze auf. Damals wurden genau an der Stelle, wo heute die Kreuze stehen, einige Litauer hingerichtet, die sich gegen die russischen Herrscher gewehrt hatten. Seitdem tragen die Menschen immer mehr Kreuze auf den Berg, um an den Widerstand zu erinnern. Mittlerweile stehen an diesem weltbekannten litauischen Wahrzeichen über 60.000 Kreuze, die jährlich zahlreiche Touristen anlocken. 

In den Küchen und Restaurants Litauens dürfen Kartoffeln auf keiner Speisekarte fehlen. Denn die sind überaus beliebt: als Klöße, als Suppe oder als typisch litauische Kartoffelwurst. Ähnlich gerne werden auch Mehlspeisen und Brote gegessen. Berühmt ist Litauen zudem für seinen Baumkuchen, der dort als traditionelle Spezialität gilt. 

Auch im Sport schlägt sich Litauen nicht schlecht: Basketball ist die beliebteste Sportart im Land und wird oft als die nationale Leidenschaft betrachtet. Die litauische Basketballnationalmannschaft hat international erfolgreich abgeschnitten und ist ein stolzes Aushängeschild für das Land. 

In Litauen sind die meisten Menschen religiös und gehören größtenteils der katholischen Kirche an. So verwundert es nicht, dass sich auch In der Hauptstadt Kirchturm an Kirchturm reiht, weswegen sie auch die „Stadt der Kirchen“ genannt wird. Die barocke Altstadt von Vilnius ist ein UNESCO-Weltkulturerbe. Grund dafür ist unter anderem der Reichtum an architektonischen Schätzen aus der Gotik und der Renaissance. Litauen wird außerdem auch oft als das Land der IT bezeichnet. So gibt es im Land viele Programmierunternehmen und erfolgreiche Start-ups wie die Second Hand-Plattform „Vinted“, die ihren Sitz in Vilnius hat. 

Politisch gliedert sich das Land in zehn Gespanschaften (Bezirke). Litauen wurde 1990 unabhängig und trat 2004 der Europäischen Union und der NATO bei. Seit 2014 bezahlt man mit dem Euro.
 

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Sämtliche Landeskunden über EU-Staaten:

Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern. Derzeit stehen noch nicht alle Landeskunden vollständig bereit, wir werden diese in nächster Zeit noch ergänzen.

 

Steckbrief

Hauptstadt:
Vilnius

Fläche:
65.300 km²

Bevölkerungsdichte:
43 Einwohner pro km²

Bevölkerungsanzahl:
3 Mio.

Amtssprache:
Litauisch

Währung:
Euro

BIP pro Kopf:
32.000 Euro (2024)

Arbeitslosenquote:
7,1 % (2024)

Semipräsidiale Republik:

Staatspräsident:
Gitanas Nauseda

Premierminister:
Inga Ruginiene

Demokratieindex:
Platz 36

 

In der Europäischen Union:

Mitglied seit:
1. Mai 2004

Abgeordnete im Europäischen Parlament:
11

Sehenswürdigkeiten

Geschichte

Das Gebiet des heutigen Litauen war bereits in der späten Altsteinzeit besiedelt. In der Antike lebten in der Region verschiedene baltische Stämme, darunter die Aukštaiten und Schamaiten. 

Im 13. Jahrhundert formierte sich unter Fürst Mindaugas erstmals ein einheitlicher litauischer Staat. Mit der Krönung Mindaugas zum König entstand das Königreichs Litauen. Bis heute wird er in Litauen als Nationalheld verehrt. Nach seinem Tod zerfiel das Reich zunächst, doch im späten 13. Jahrhundert entstand das mächtige Großfürstentum Litauen, das sich bis ins 15. Jahrhundert zu einer Großmacht in Osteuropa entwickelte. Das Gebiet umfasste große Teile des heutigen Weißrusslands, der Ukraine und Polens. Es reichte von der Ostsee bis hinunter zum Schwarzen Meer.

Die enge Verbindung zwischen Polen und Litauen hatte bereits im 14. Jahrhundert begonnen, als sich das Königreich Polen und das Großfürstentum Litauen zu einer Union zusammenschlossen. Der litauische Großfürst Jogaila wurde König von Polen. Die Verbindung beider Länder mündete im 16. Jahrhundert in der Lubliner Union und führte zur Gründung der Polnisch-Litauischen Adelsrepublik.

Im 18. Jahrhundert führten die schrittweisen Aufteilungen des polnisch-litauischen Staatsgebietes schließlich zur vollständigen Auflösung der Adelsrepublik. Das litauische Gebiet gehörte dann zunächst zu Lettland, anschließend zum Russischen Kaiserreich und später zur UdSSR. 

Während des 19. Jahrhunderts versuchten die Litauer, ihre Sprache und Kultur gegen die Russifizierung zu bewahren. Nach dem Ersten Weltkrieg und dem Zusammenbruch des Russischen Reiches erklärte Litauen 1918 seine Unabhängigkeit. Doch die junge Republik war bald Konflikten mit Deutschland, Polen und Sowjetrussland ausgesetzt. 1920 verlor Litauen die historische Hauptstadt Wilna (Vilnius) an Polen, während die neue Hauptstadt Kaunas für zwei Jahrzehnte zum politischen Zentrum des Landes wurde.

Im Zweiten Weltkrieg wurde Litauen 1940 im Zuge des Hitler-Stalin-Pakts von der Sowjetunion besetzt und als Litauische Sozialistische Sowjetrepublik eingegliedert. Ein Jahr später folgte die deutsche Besatzung. 1944 besetzte die Rote Armee das Land erneut. Litauen blieb bis 1990 Teil der Sowjetunion. Die sowjetische Herrschaft war geprägt von politischer Repression, Deportationen und der Zuwanderung russischsprachiger Bevölkerung.

Erst im Zuge der Reformbewegungen unter Michail Gorbatschow entstand eine neue Unabhängigkeitsbewegung.  Im März 1990 erklärte Litauen als erster der drei baltischen Staaten seine Wiederherstellung der Unabhängigkeit – trotz sowjetischer Gegenwehr. Nach der Anerkennung der Unabhängigkeit 1991 wurde Litauen ein demokratischer Staat und trat 2004 der EU und der NATO bei.

Hymne

Tautiška giesmė

1. Strophe
Lietuva, tėvyne mūsų,
Tu didvyrių žeme,
Iš praeities tavo sūnūs
Te stiprybę semia.

2. Strophe
Tegul tavo vaikai eina
Vien takais dorybės,
Tegul dirba tavo naudai
Ir žmonių gėrybei.

3. Strophe
Tegul saulė Lietuvoj
Tamsumas prašalina,
Ir šviesa, ir tiesa
Mūs žingsnius telydi.

4. Strophe
Tegul meilė Lietuvos
Dega mūsų širdyse,
Vardan tos Lietuvos
Vienybė težydi!

Übersetzung:

Das Volkslied

1. Strophe
Litauen, unser Vaterland
Ein Land der Helden bist Du,
Mögen Deine Söhne
Aus der Vergangenheit Kraft schöpfen.

2. Strophe
Mögen Deine Kinder
Nur auf rechten Wegen gehen,
Mögen Sie für Dein Wohl und
Das der Menschen arbeiten.

3. Strophe
Möge die Sonn’ in Litauen
Das Dunkel vertreiben,
Und Licht und Recht
Unsere Schritte lenken.

4. Strophe
Möge die Liebe zu Litauen
In unseren Herzen brennen
Im Namen dieses Litauen
Möge die Einheit blühen.

Weitere Informatiionen zur Entstehung:

BpB: Die EU-Mitgliedstaaten und ihre Nationalhymnen

Nationalhymne zum Anhören

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