Irland
Eine kleine Landeskunde – kurz gefasst

Die Republik Irland ist ein Inselstaat im Nordwesten Europas, der zusammen mit Nordirland die Insel Irland bildet. Während Nordirland zum Vereinigten Königreich gehört, ist die Republik Irland ein eigenständiger Staat. Flächenmäßig ist Irland etwa genauso groß wie Bayern, aber mit gut 5 Millionen Einwohnern ungefähr halb so dünn besiedelt. Wegen seiner grünen Landschaften trägt das Land den Beinamen „die grüne Insel“: Sanfte Hügel, weite Wiesen und nur wenige Bäume prägen das Landschaftsbild.
An einem Tag im Jahr ist die grüne Insel allerdings besonders bunt: am 17. März, dem Nationalfeiertag Irlands, dem St. Patrick’s Day. Dann erstrahlen Städte, Gebäude und Menschen weltweit in den irischen Nationalfarben Grün, Weiß und Orange. Der Heilige Patrick, auf Englisch Saint Patrick, ist der Nationalheilige und Schutzpatron von Irland. Die Iren – und viele Menschen auf der ganzen Welt, die irische Wurzeln haben – feiern an diesem Tag einen Heiligen, der im 5. Jahrhundert nach Christus lebte und den katholischen Glauben nach Irland brachte. Das erklärt auch, weshalb Irland mit etwa 80 Prozent katholischer Bevölkerung traditionell ein katholisches Land ist. Das dreiblättrige Kleeblatt ist das Nationalsymbol Irlands und wird oft als Symbol für den Heiligen Patrick verwendet.
Auch wenn in Irland meistens Englisch gesprochen wird, wächst inzwischen immer mehr das Bewusstsein dafür, Irisch zu fördern. Die Irische Sprache wird im Deutschen meist als Gälisch bezeichnet, was aber nicht ganz richtig ist, denn es gibt drei gälische Sprachen.
Dublin ist die Hauptstadt von Irland. Sie gilt als jung und weltoffen und ist Sitz vieler internationaler Technologieunternehmen, z. B. für Google oder Microsoft. International bekannt ist Irland außerdem für seine traditionelle irische Musik. Die lebhaften Rhythmen laden zum Tanzen ein, beliebt ist insbesondere der Stepptanz. Eine populäre irische Sportart ist der Gaelic Football, eine Mischung aus Rugby und Fußball. Geselligkeit findet in den Pubs statt, bei einem Glas Guinness, dem weltbekannten dunklen Bier, oder auch bei irischem Whiskey,. Auch moderne Musik spielt eine wichtige Rolle in der irischen Gesellschaft. Bis 2014 belegte Irland siebenmal den ersten Platz beim Eurovision Song Contest. Aus dem kleinen Land kommen auch einige berühmte Bands, zum Beispiel U2 und The Cranberries.
Irland ist laut Verfassung von 1937 eine parlamentarische Republik. Das Land ist in vier Regionen mit 26 Bezirken („Counties“) gegliedert, weitere sechs Counties gehören zu Nordirland. Seit 1973 ist Irland Mitglied der Europäischen Gemeinschaft, der späteren Europäischen Union. Anders als viele andere EU-Staaten beteiligt es sich jedoch nicht am Schengen-Raum – dafür hat das Land eine eigene Regelung ausgehandelt. Einer NATO-Mitgliedschaft steht das Land kritisch gegenüber und verfolgt stattdessen den Ansatz militärischer Neutralität.
Sämtliche Landeskunden über EU-Staaten:
Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn, Zypern. Derzeit stehen noch nicht alle Landeskunden vollständig bereit, wir werden diese in nächster Zeit noch ergänzen.
Steckbrief
Hauptstadt:
Dublin
Fläche:
70.237 km²
Bevölkerungsdichte:
72 Einwohner pro km²
Bevölkerungsanzahl:
5,4 Mio.
Amtssprache:
Irisch, Englisch
Währung:
Euro
BIP pro Kopf:
98.400 Euro (2024)
Arbeitslosenquote:
4,3 % (2024)
Parlamentarische Republik:
Staatspräsident:
Michael Daniel Higgins
Ministerpräsident:
Micheal Martin
Demokratieindex:
Platz 8
In der Europäischen Union:
Mitglied seit:
1. Januar 1973
Abgeordnete im Europäischen Parlament:
14
Geschichte
Das Gebiet des heutigen Inselstaates Irland war seit der Mittelsteinzeit besiedelt. Ab dem 6. Jahrhundert v. Chr. wanderten Kelten von Frankreich kommend nach Irland ein, machten sich dort sesshaft und bildeten mehrere Stämme und Königreiche. Im 5. Jahrhundert n. Chr. begann die Christianisierung Irlands. Unter anderen missionierte der Heilige Patrick das Land, der heutige der Nationalheilige Irlands. Ab dem 8. Jahrhundert kam es zu Überfällen der Wikinger, die in Irland auf Beutezug gingen und auch einige Siedlungen gründeten.
Ab dem 12. Jahrhundert begannen die Normannen Irland zu erobern und das Land zunehmend unter englische Kontrolle zu bringen. In England war es den Normannen bereits gelungen, Fuß zu fassen. Damit begann eine jahrhundertelange Herrschaft Englands über Irland. Ab dem 16. Jahrhundert versuchten die englischen Monarchen, ihre Herrschaft noch weiter zu festigen, was zu blutigen Konflikten mit den irischen Clans führte. Im 17. Jahrhundert, nach den sogenannten Cromwell’schen Eroberungen, geriet Irland weitgehend unter die Kontrolle Englands. Der Act of Union im Jahr 1801 vereinte das Königreich Irland mit dem Königreich Großbritannien zum Vereinigten Königreich Großbritannien und Irland und besiegelte somit die Einverleibung des Landes.
Doch bereits während des 18. Jahrhunderts hatte sich Widerstand gegen die britische Herrschaft bemerkbar gemacht, dennoch blieb Irland bis in das 20. Jahrhundert Teil des Vereinigten Königreichs. Ein entscheidender Moment in Richtung Befreiung war die Irische Unabhängigkeitsbewegung, die durch die Osterniedrigung von 1916 und den irischen Unabhängigkeitskrieg (1919–1921) an Fahrt gewann. Seine Unabhängigkeit erlangte das Land 1922 mit der Gründung des Irischen Freistaats,, wobei der Nordosten der Insel Teil im Vereinigten Königreich verblieb.
An den beiden Weltkriegen war Irland formell nicht beteiligt. Im Ersten Weltkrieg kämpften jedoch über 200.000 Iren in der britischen Armee. Im Zweiten Weltkrieg erklärte Irland seine Neutralität. Allerdings gab es dennoch eine informelle geheimdienstliche Zusammenarbeit mit den Alliierten, um der deutschen Bedrohung entgegenzuwirken.

Hymne
Amhrán na bhFiann
Sinne Fianna Fáil
Atá faoi gheall ag Éirinn,
Buíon dár slua
Thar toinn do ráinig chugainn.
Faoi mhóid bheith saor,
Seantír ár sinsir feasta
Ní fhágfar faoin tíorán ná faoin tráil
Anocht a théim sa bhearna baoil,
Le gean ar Ghaeil chun báis nó saoil
Le gunnascréach faoi lámhach na bpiléar
Seo libh canaigí Amhrán na bhFiann.
Übersetzung:
Das Lied des Soldaten
Chorsatz
Soldaten sind wir,
Unser Leben gehört Irland!
Die von jenseits des Meers kamen,
Schworen frei zu sein.
Nie wieder soll unser ehrwürdiges Vaterland
Dem Despoten oder Sklaven Zuflucht gewähren.
In dieser Nacht bemannen wir den Gefahrenpunkt,
Möge es Wohl oder Wehe für Irland bedeuten.
Inmitten donnernder Geschütze
Und unter dem Krachen der Büchsen
Wollen wir singen das Lied der Soldaten.
Weitere Informationen zur Entstehung:
BpB: Die EU-Mitgliedstaaten und ihre Nationalhymnen
Nationalhymne zum Anhören
Auf Irisch
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