Wenn am nächsten Sonntag Europawahl wäre...

Umfrage zur Europawahl Forschungsgruppe Wahlen, Stand: 17.05.2019 CDU/CSU 30,0 % SPD 17,0 % Grüne 19,0 % Linke 7,0 % AFD 12,0 % FDP 5,0 % Sonstige 10,0 %

Die Reihenfolge der Parteien in der Grafik entspricht dem Wahlergebnis der einzelnen Parteien bei der Europawahl am 25. Mai 2014.

Erläuterungen zu den Umfragen vom 17. Mai 2019

Würde am kommenden Sonntag das neue Europaparlament gewählt, käme die Union aus CDU und CSU nach der jüngsten Umfrage der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen im Auftrag des ZDF auf 30 Prozent und verliert damit 5,3 Prozent im Vergleich zur Europawahl 2014. Die SPD kommt nur noch auf 17 Prozent und verliert gegenüber der Wahl 2014 10,3 Prozentpunkte. Die Grünen legen stark zu und kommen auf 19 Prozent (+ 8,3). Die AFD verbessert sich auf 12 Prozent (+ 5), die Linke verliert leicht (- 0,4) und kommt auf 7 Prozent und die FDP (+ 0,2) liegt am 17. Mai bei 5 Prozent. Auf die sonstigen kleinen Parteien entfallen zusammen 10 Prozent (+1,2).

Das Interesse an der Europawahl fällt deutlich höher aus als im gleichen Zeitraum vor fünf Jahren. So sagen jetzt 56 Prozent, dass sie sich stark für die Wahl interessieren, Anfang Mai  2014 waren das lediglich 35 Prozent. Zudem wissen zurzeit 51 Prozent noch nicht sicher, wen oder ob sie wählen wollen.

Für die repräsentative Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen wurden die Daten von 1.313 Wahlberechtigten erhoben, die durch eine computergesteuerte Zufallsstichprobe ausgewählt wurden. Die Interviews wurden in der Zeit vom 14. bis 16. Mai 2019 geführt. Die statistische Fehlertoleranz liegt bei +/- 2,5 Prozentpunkten. (Stand: 17. Mai 2019, Quelle: wahlrecht.de)

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Wie aussagekräftig sind Wahlumfragen?

Wahlumfragen beruhen auf Umfragen, die unterschiedliche Institute unter Wahlberechtigten durchführen. Wahlumfragen sind Momentaufnahmen. Sie geben ein eingeschränktes Stimmungsbild zu einem bestimmten Zeitpunkt wieder. Wie genau die Umfragen sind, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab.

  • Repräsentativität: Umfrageinstitute befragen in der Regel einige tausend Wahlberechtigte und versuchen daraus zu errechnen, wie die Gesamtzahl der Wahlberechtigten abstimmt. Dafür muss die Zusammensetzung der Befragten jedoch der Zusammensetzung der gesamten Wählerschaft entsprechen. Das bedeutet, dass Faktoren wie die Altersstruktur, die Geschlechterzusammensetzung, die politischen Präferenzen etc. in der Gruppe der Befragten mit der gesamten Wählerschaft übereinstimmen müssen. Weil Umfrageinstitute in der Regel kommerziell arbeiten, gehört es zu ihren Geschäftsgeheimnissen, wie sie versuchen, die Repräsentativität der Befragten zu ermitteln.
  • Parteibindungen: Jahrzehntelang spielten in der Bundesrepublik gewachsene Bindungen zwischen Wähler/-innen und Parteien eine große Rolle. Diese erleichterten auch die Vorhersage des Wahlverhaltens bestimmter Gruppen. In den letzten Jahren hat die Bedeutung der Parteibindungen jedoch abgenommen, es gibt mehr Wechselwähler/-innen als vorher – das erschwert Prognosen.
  • Ehrlichkeit: Prognosen werden auch dadurch erschwert, dass bei Umfragen nicht alle Befragten ihre wahren Parteipräferenzen angeben. Wenn Befragte beispielsweise den Eindruck haben, dass ihre Wahlpräferenzen sozial nicht erwünscht sind, geben sie möglicherweise keine ehrliche Antwort auf die Frage, wen sie wirklich wählen möchten. "Menschen, die glauben, dass sie die öffentliche Meinung gegen sich haben, geben nicht zu, wie sie wählen. Das merkten wir gerade bei der AfD", sagte beispielsweise der Politikwissenschaftler Heinrich Oberreuter (Quelle: Huffington Post)

Infratest dimap erklärt auf der Webseite zur Sonntagsfrage, dass Rückschlüsse auf den Wahlausgang nur bedingt möglich sind: "Nicht nur legen sich immer mehr Wähler kurzfristiger vor einer Wahl fest, auch hat die Bedeutung der letzten Wahlkampfphase mit der gezielten Ansprache von unentschlossenen und taktischen Wählern durch die Parteien zugenommen (Quelle)."

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Sitzberechnung für das nächste Europäische Parlament nach Umfragen

Sitzberechnung für das nächste Europäische Parlament, Grafik groß
Grafik: Europäisches Parlament
  • evp (epp) - Fraktion der Europäischen Volkspartei (Christdemokraten)
  • S&D - Fraktion der Progressiven Allianz der Sozialdemokraten im Europäischen Parlament
  • EKR (ecr) - Fraktion der Europäischen Konservativen und Reformer
  • ALDE - Fraktion der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa
  • Grüne/EFA - Fraktion Die Grünen/Europäische Freie Allianz
  • GUE/NGL - Konföderale Fraktion der Vereinten Europäischen Linken/Nordischen Grünen Linken
  • EFDD - Europa der Freiheit und der direkten Demokratie
  • ENF - Europa der Nationen und der Freiheit
  • NF - Fraktionslos

(Fraktionen im EU-Parlament)

Das Europäische Parlament hat am 18. April 2019 eine neue Sitzberechnung zur Zusammensetzung des Plenums in der nächsten (9.) Wahlperiode auf Basis aktueller Umfragedaten in den Mitgliedstaaten veröffentlicht.

Parteien werden nur bestehenden Fraktionen zugeordnet – aufgrund ihrer Mitgliedschaft in der jeweils entsprechenden europäischen politischen Partei. Alle neuen politischen Parteien und Bewegungen, die ihre Absichten noch nicht erklärt haben, werden als "andere" (Other) eingestuft.

Die Hochrechnung der Umfrageergebnisse in 28 Mitgliedstaaten der EU auf die Sitzverteilung im Europäischen Parlament zeigt, dass das nächste Plenum politisch stärker denn je fragmentiert ist. Sollte Großbritannien nicht an der Wahl teilnehmen, wird das nächste Parlament weniger Abgeordnete (705) haben als das scheidende (751).
Quelle: Europäisches Parlament

Im Vorfeld der Europawahl wird das Parlament im Mai bis zur Wahlnacht sogar wöchentlich – aktualisierte Umfragen zu den Wahlabsichten in den 27 (28) Mitgliedstaaten der EU veröffentlichen.

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Umfragen zu Themen der EU

Symbolbild Statistik. Foto: Photo by Viktor Hanacek, www.picjumbo.com.

Umfrage des Europäischen Parlaments (Eurobarometer Mai 2018)

Ein Jahr vor der nächsten Europawahl stellt der Präsident des Europäischen Parlaments, Antonio Tajani, die Ergebnisse der jüngsten Meinungsumfrage zur EU vor. Im April 2018 haben 27.601 Personen aus 28 Mitgliedstaaten an der Umfrage teilgenommen.
Auf die Frage, welche Themen in der europaweiten Wahlkampagne diskutiert werden sollen, nennen fast die Hälfte der Europäer (49%) den Kampf gegen den Terrorismus als vorrangiges Thema, gefolgt von Jugendarbeitslosigkeit (48%), Einwanderung (45%) und das Thema Wirtschaft und Wachstum (42%). Etwa ein Drittel der Europäer nannte den Kampf gegen den Klimawandel und den Schutz der Umwelt (35%).

Zum Eurobarometer


Die EU bringt Vorteile (Politbarometer Juni 2017)

51 Prozent der Befragten finden laut Politbarometer, die EU bringe der deutschen Bevölkerung vor allem Vorteile: "Lediglich für 14 Prozent überwiegen die Nachteile und 33 Prozent meinen, dass sich Vor- und Nachteile ausgleichen. (...) Insgesamt stehen die Vorteile der EU-Mitgliedschaft derzeit für die Deutschen so stark im Vordergrund wie zuletzt vor rund einem Jahr, als direkt nach der Brexit-Abstimmung in Großbritannien der positivste Wert (Juli I 2016: 51 Prozent) im Politbarometer gemessen wurde."

Auch die Zusammenarbeit in der EU solle laut der Befragen intensiver werden:  "So halten 97 Prozent eine engere Kooperation bei der Terrorbekämpfung für wichtig (nicht wichtig: 2 Prozent), 94 Prozent bei der Flüchtlingspolitik (nicht wichtig: 4 Prozent) und 90 Prozent bei der Außen- und Sicherheitspolitik (nicht wichtig: 9 Prozent; Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils „weiß nicht“)."

Zum Polit-Barometer (Juni 2017)


Die EU und Flüchtlinge

Das Vertrauen in die gerechte Verteilung der Flüchtlinge innerhalb der EU ist gering: "Lediglich 18 Prozent der Deutschen gehen davon aus, dass es in Zukunft zu einer gleichmäßigeren Verteilung kommen wird, 78 Prozent bezweifeln das. Große Zustimmung findet der Vorschlag, dass Länder, die sich weigern, Flüchtlinge aufzunehmen, Ausgleichszahlungen leisten sollen. 82 Prozent befürworten das, 15 Prozent sind dagegen."

Zum Polit-Barometer (September 2017)


Keine Gnade beim Brexit

Dem Brexit stehen die befragten Deutschen eher skeptisch und hart gegenüber: "Die meisten Deutschen (82 Prozent) sind dagegen, Großbritannien bei den jetzt beginnenden Brexit-Verhandlungen mit der EU stark entgegenzukommen. Nur 14 Prozent sind für größere Zugeständnisse an das Land. Langfristig erwarten zwei Drittel (67 Prozent), dass der Austritt Großbritanniens eher negative Folgen für die EU haben wird, 17 Prozent glauben, dass sich das letztlich eher positiv auswirken wird."

Zum Polit-Barometer (Juni 2017)

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