Wahlanalyse EU-Länder 2019

Flaggen der Mitgliedsstaaten. © European Union, 2014 / Source: EC - Audiovisual Service / Photo: Georges Boulougouris

EU-weit haben die großen Parteien der Christ- und Sozialdemokraten deutlich an Stimmen verloren. Die Europäische Volkspartei (EVP) sowie die Fraktion der Sozialdemokraten (S&D) werden voraussichtlich nicht mehr in der Lage sein die Mehrheit im EU-Parlament zu stellen. Als Gewinner der EU-Wahl gelten die liberalen, grünen und rechten Parteien.

In Großbritannien hat die neue Brexit-Partei von Nigel Farage mit deutlichem Vorsprung vor den britischen Konservativen und der Labour-Partei gewonnen. Die Partei erzielte 31,7 Prozent der Stimmen und zieht somit mit 29 Sitzen in das Europaparlament ein. An zweiter Stelle stehen die proeuropäischen Liberaldemokraten mit 18,6 Prozent. Sowohl die regierenden konservativen Tories als auch die Labour-Party verloren stark.

In Frankreich ist die rechtspopulistische Nationale Sammlungsbewegung (Rassemblement National) um Marine Le Pen stärkste Kraft geworden. Die Partei erhielt 23,3 Prozent der Stimmen. An zweiter Stelle steht die Partei La République en Marche von Staatspräsident Emmanuel Macron mit 22,4 Prozent der Stimmen.

In Italien triumphierte die rechte Lega Partei von Matteo Salvini. Die Partei erhielt 34,3 Prozent der Stimmen und zieht mit 28 Sitzen ins EU-Parlament ein. Die Parteimitglieder sprechen bei dieser Wahl von einem „historischen Ereignis“. Alle anderen Parteien haben deutliche Verluste einstecken müssen.

Klarer Gewinner ist in Polen die regierende konservative PiS-Partei mit 45,6 Prozent der Stimmen und zieht mit 26 Sitzen ins EU-Parlament ein.

In Dänemark haben die Rechtspopulisten starke Verluste hinnehmen müssen. Die Dänische Volkspartei landet bei 10,7 Prozent der Stimmen. Bei der Wahl 2014 erzielte die Partei hingegen ein Rekordergebnis von 26,6 Prozent. Gewinner der Wahl ist die liberale Venstre Partei, die mit 23,5 Prozent der Stimmen die stärkste Kraft ist.

In Österreich gewinnt die konservative ÖVP mit 34,9 Prozent der Stimmen und bekommt damit 2 Sitze mehr im Parlament als bisher. Die rechtspopulistische FPÖ steckt nach der Ibiza-Video-Affäre Verluste ein und kommt auf 17,2 Prozent der Stimmen. 

Die Grünen gelten in Finnland mit 16 Prozent der Stimmen als große Gewinner. Damit legten sie um 6,7 Prozentpunkte zu und sind nach der konservativen Sammlungspartei die zweitstärkste Kraft. Die Rechtspopulisten bleiben deutlich hinter den Erwartungen zurück. Mit 13,8 Prozent behält die Partei ihre 2 Sitze im Parlament.

In Ungarn hat sich die regierende rechtsnationale Fidesz-Partei mit 52,3 Prozent durchgesetzt. Damit kommt die Partei auf 13 Sitze im EU-Parlament. Die Wahlbeteiligung in Ungarn war mit 43 Prozent bei einer Europawahl noch nie so hoch wie in diesem Jahr.

In den Niederlanden gewannen die Sozialdemokraten um Spitzenkandidat Frans Timmermans mit 18,9 Prozent. Die rechten Parteien haben deutlich verloren: Das Forum für Demokratie landete mit 10,9 Prozent auf Platz vier, während die Freiheitspartei um Geert Wilders vermutlich nicht ins EU-Parlament einziehen wird.

In Irland haben die Grünen erstmals seit 20 Jahren den Einzug ins EU-Parlament geschafft. Mit 15 Prozent erhält die Partei 2 Sitze im Parlament.

In Spanien legten die Sozialisten (PSOE/PSC) des amtierenden Regierungschefs Pedro Sánchez zu und kamen auf rund 33 Prozent und wurden damit stärkste Kraft.

In Portugal gewinnen die regierenden Sozialisten (PS) von Ministerpräsident António Costa klar die Europawahl mit 33 Prozent der Stimmen. Auf Platz 2 landeten die Sozialdemokraten mit 22 Prozent. 

In Griechenland wird die konservativen Nea Dimokratia (ND) stärkste Partei in ihrem Land. Mit 33,3 Prozent lag die Neue Demokratie vor der Regierungspartei Syriza von Ministerpräsident Alexis Tsipras, die auf 23,7 Prozent kam.

Wahlbeteiligung in der EU
Die Wahlbeteiligung ist im Vergleich zur Wahl 2014 insgesamt deutlich angestiegen und lag EU-weit bei 50,9 Prozent. Mit 89 und 84 Prozent war die Wahlbeteiligung in Belgien und Luxemburg am höchsten, beide Länder haben eine formelle Wahlpflicht. Die Slowakei hatte insgesamt die niedrigste Wahlbeteiligung mit 22,7 Prozent. Das ist dennoch die höchste Wahlbeteiligung, die es in der Slowakei jemals bei einer Europawahl gegeben hat.
(Quelle: Europäisches Parlament)

Nach oben

 

Ergebnisse der Europawahl 2019

 

Europäisches Parlament
europawahlergebnis.eu

 
 
 
 
 

Ergebnisse der Europawahl 2019

 

Europäisches Parlament
europawahlergebnis.eu

 
 
 
 
 

Der Bundeswahlleiter

 

Europawahl 2019
Ergebnisse der Europawahl im Bund und in den Ländern
Bundesweite Ergebnisse

 
 
 
 
 

Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

 

Vorläufiges Ergebnis der Europawahl 2019 mit Vergleichsangaben von 2014 in Baden-Württemberg
Ergebnisse für Baden-Württemberg

 
 
 
 
 

LpB Spezial

 

Die vielfältigen Angebote der LpB zur Europawahl - mit zahlreichen Veranstaltungen, Planspielen, Veröffentlichungen, Online-Angebote und Aktivitäten in den sozialen Medien...
LpB-Spezial "Wählen gehen!"
Bestellen / Download der Broschüre im LpB-Shop

 
 
 
 
 

Info-Portal der EU

 

Die Europawahl kurz und knapp erklärt: Wie wähle ich? Wie funktioniert die Wahl?
www.europawahl.de