Wahlprognosen zur Europawahl 2014

Foto: Bibi Saint-Pol, public domain
Wenn am nächsten Sonntag Europawahl wäre...

Der Informationswert von Wahlprognosen und Trendaussagen im Vorfeld einer Wahl müssen immer kritisch hinterfragt werden. Zweifellos haben Meinungsumfragen einen gewissen Unterhaltungswert. Die Umfrageergebnisse der Institute können aber bestenfalls nur Richtwerte sein.

Die Wahlen in den letzten Jahrzehnten haben gezeigt, dass die Umfragen nur selten den tatsächlichen Ergebnissen entsprochen haben, aber dennoch dienen sie als Hinweis über die Stimmung im Lande zu einem bestimmten Zeitpunkt und natürlich werden sie gerne politisch verwendet, um die politischen Gegner unter Druck zu setzen. Nach Ansicht von Wahlforschern kommt es vor allem dann zu deutlichen Fehlprognosen, wenn ein großer Anteil der Wähler bis kurz vor der Wahl unentschlossen ist. Ein hoher Anteil an Wechselwählern kann Prognosen zusätzlich erschweren. Ob die Veröffentlichung von Umfrageergebnissen Wähler und Wahlen beeinflussen kann, ist umstritten. Letztendlich zählt also wie die  Wählerinnen und Wähler entscheiden und nicht das was die Demoskopen vorhersagen.


Aktuelle Umfragen

Je nachdem, wer die Umfragen in Auftrag gibt und welches Institut diese durchführt, ergeben sich für die Parteien jeweils andere Ergebnisse.

In der Umfrage der Forschungsgruppe Wahlen für das ZDF-Politbarometer vom  16. Mai 2014 liegt die Union stabil bei 38 Prozent, die SPD bleibt bei 27 Prozent, die Grünen müssen 1 Punkt abgeben und kommen jetzt auf 11 Prozent, die Linke liegt unverändert bei 8 Prozent. Die AfD kommt auf 6 Prozent, die FDP stagniert weiterhin bei 3 Prozent (bei der Europawahl gibt es keine Prozenthürde).
Von einem guten Abschneiden der europakritischen und rechtspopulistischen Parteien in vielen Ländern erwartet eine deutliche Mehrheit (65 Prozent) große Probleme für die Europäische Union.

Erstmals treten die Parteien europaweit mit Spitzenkandidaten zur Wahl an, allerdings kennen nur wenige Befragte deren Namen. 29 Prozent kennen den Spitzenkandidaten der Sozialdemokratischen Partei Europas Martin Schulz, noch schlechter sieht es für den Kandidaten der Europäischen Volkspartei Jean-Claude Junker aus, den nur 15 Prozent kennen.

Abermals kann nur eine niedrige Wahlbeteiligung erwartet werden: Lediglich 38 Prozent der Befragten gaben an, dass sie sich sehr stark oder stark für diese Wahl interessieren, 62 Prozent interessieren sich nur wenig oder gar nicht dafür.

Die Interviews wurden in der Zeit vom 13. bis 15. Mai 2014 bei 1.303 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland.

ZDF-Politbarometer vom 16.5.2014

Wahlumfragen zur Europawahl 2014 (Angaben in Prozent)
Im EU-Parlament vertretene Parteien

Sonstige
Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) vom 16.5.20143827113813
Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) vom 9.5.20143827123812
Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) vom 11.4.20143927113812
infratest dimap ARD -DeutschlandTrend vom 3.4.2014402893713
Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) vom 14.3.20143826114813
Forschungsgruppe Wahlen (ZDF) vom 21.2.20144024124812
INSA (Focus-online) vom 14.2.201439251031013
Infratest dimap (ARD) vom 06.2.20143829104811
Emnid vom 26.1.20144226103811
Europawahl 200937,920,812,111,07,510,8
 

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Prognose der Sitzverteilung im EU-Parlament

Europawahlen 2014: Neueste Prognose der Sitzverteilung im EU-Parlament

Wie wird das Europaparlament nach den Europawahlen vom 22.-25. Mai aussehen? Obwohl die Frage viele beschäftigt, hat niemand zurzeit eine Antwort darauf. Basierend auf dem aktuellen Stand der öffentlichen Meinung in den EU-Mitgliedstaaten, wird das Europaparlament zusammen mit der Firma TNS Opinion nun eine wöchentliche Prognose für die Europawahl veröffentlichen. (Quelle: Europäisches Parlament)


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