Europawahl 2019

 

Geschichte

  • 1950 - 1952:

    Der Ursprung des Europäischen Parlaments liegt in der so genannten "Gemeinsamen Versammlung" der 6 EGKS Staaten (EGKS = Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl), die mit den Pariser Verträgen von 1951/52 gegründet wurde. Zu den sechs Staaten zählten: Belgien, Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Italien und die Niederlande.

    Die Versammlung umfasste 78 Abgeordnete, die von den Nationalen Parlamenten bestimmt wurden und nur ein beratendes Gremium für die EGKS darstellten.

    Einer der “Gründerväter” war der damalige französische Außenminister Robert Schuman, der im Jahr 1950 eine enge Zusammenarbeit der Kohle- und Stahlindustrie in Westeuropa vorschlug. Die dazu veröffentlichte Erklärung von Schuman am 9. Mai 1950 geht als die “Schuman-Erklärung” in die Geschichte ein. Diese Erklärung von Robert Schuman galt als der Anstoss zur friedlichen Zusammenarbeit der Völker in Europa und daher wird der 9. Mai heute jährlich als “Europatag” der Europäischen Union gefeiert.

  • 1957

    Mit den Römischen Verträgen zur Gründung der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) und Europäische Atomgemeinschaft (EURATOM) wurde sowohl der Name in "Europäische Parlamentarische Versammlung", als auch die Zahl der Abgeordneten auf 152 erhöht. Die Versammlung wurde aber weiterhin von den nationalen Parlamenten delegiert und hatte nur beratende Funktion.

  • 1967

    In diesem Jahr wurden die Einrichtungen der drei Europäischen Gemeinschaften (EGKS, EURATOM, EWG) zu den "Europäischen Gemeinschaften" (Abkürzung: EG) vereinigt. Seitdem gibt es eine gemeinsame Kommission, einen gemeinsamen Ministerrat und das Europäische Parlament.

    Die Mitglieder des Europäischen Parlaments wurden zunächst von den nationalen Parlamenten der EG-Mitgliedsländer bestimmt. Die direkte Wahl der Europaabgeordneten durch die Bürgerinnen und Bürger wurde erst später eingeführt.

  • 1970 - 1975

    Zwischen 1970 und 1975 erhielt das Parlament erste Rechtssetzungsbefugnisse und erhielt seinen heutigen Namen "Europäisches Parlament". Mit der Norderweiterung (Vereinigte Königreich (von Großbritannien und Nordirland), Dänemark und Irland) im Jahre 1972 erweiterte man das Plenum auf 198 Abgeordnete. Des weiteren erhielt es Haushaltskompetenzen und die Möglichkeit Vermittlungsverfahren einzuleiten.

  • 1979

    Das Jahr 1979 brachte die wohl wichtigste Änderung für die Demokratie in der Europäischen Union. Durch die erste Wahl des Europäischen Parlaments durch die Unions-Bürger wurde das Parlament direkt demokratisch legitimiert.

    410 Abgeordnete, die auf 5 Jahre gewählt wurden, bildeten das einzige direkt von den Bürgern gewählte Gremium der EG.

  • 1981 -1987

    8 Jahre später erlangte das Parlament durch die Einheitliche Europäische Akte (EEA) von 1987 Änderungs- und Vetorechte, u. a. zu Entscheidungen, die den europäischen Binnenmarkt bestrafen.
    Mit der Süderweiterung der Union (Griechenland 1981, Spanien u. Portugal 1986) wurde das Plenum auf 518 Abgeordnete vergrößert. Auch seine Rechte wurden um ein "Verfahren der Zusammenarbeit" (mit der Kommission) und um das "Zustimmungsverfahren" (manche Entscheidungen benötigten die Zustimmung des EP) erweitert.

  • 1992 -1995

    Eine neuerliche Aufwertung erlangte das Parlament durch den Vertrag von Maastricht (1993). Die Mitentscheidungs- und Zustimmungsrechte wurden ebenso wie die parlamentarische Kontrollfunktion erweitert.
    Mit diesem Vertrag wurde die heutige "Europäische Union" (EU) begründet.

    Seine Anzahl von 626 Abgeordneten erlangte es mit der Erweiterung um die ehemaligen EFTA-Staaten (European Free Trading Association; Finnland, Österreich und Schweden) von 1994/95.

  • 1999

    Der Vertrag von Amsterdam brachte 1999 die letzte große Änderung. Das Europäische Parlament wird in vielen Politikbereichen Rechtsetzendes Organ (Mitendscheidung). Im Hinblick auf die künftige Erweiterung wurde die Anzahl der Parlamentarier auf 700 fix vorgeschrieben und auch die Mitentscheidungsverfahren wurden vereinfacht und ausgeweitet.

  • 2002

    Bereits im Jahr 1992 hatten die damals 12 EU-Länder beschlossen, eine gemeinsame Währung unter dem Namen "Euro" einzuführen.

    Diese gemeinsame Währung wurde schließlich am 1. Januar 2002 offiziell eingeführt. Euro-Banknoten und Euro-Münzen ersetzten die nationalen Währungen in 12 der 15 EU-Mitgliedstaaten (Belgien, Deutschland, Griechenland, Spanien, Frankreich, Irland, Italien, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich, Portugal und Finnland).
    Dänemark, Schweden und das Vereinigte Königreich (von Großbritannien und Nordirland) haben den Euro noch nicht eingeführt, sondern ihre nationalen Währungen behalten.

  • 2004 - 2007

    Die EU wächst auf 27 Staaten.

    Nach dem Fall der Mauer in Berlin am 9. November 1989 wurde am 3. Oktober 1990 die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten vollzogen. In dieser Zeit veränderte sich Europa sehr, denn die Staaten in Osteuropa lösten sich aus der Vorherrschaft der Sowjetunion und suchten den Anschluss an Westeuropa.

    Am 1. Mai 2004 wurde die Europäische Union  durch den Beitritt von 10 Ländern (Estland, Lettland, Litauen, Malta, Polen, Slowakei, Slowenien, Tschechische Republik, Ungarn und Zypern) auf 25 Mitgliedsländer erweitert. Slowenien führte am 1. Januar 2007 als 13. EU-Mitglied den Euro als Landeswährung ein.

    Bulgarien und Rumänien wurden am 1. Januar 2007 neue EU-Mitgliedsländer und die Europäische Union wurde damit auf insgesamt 27 Mitgliedstaaten erweitert.

    Mit den letzten Beitritten erhöht sich die Gesamtzahl der EU-Abgeordneten vorübergehend auf insgesamt 785. Zur Europawahl 2009 wird sich die Zahl der Abgeordneten wieder verringert.

    Die 27 EU Staaten unterzeichnen im Dezember 2007 den Vertrag von Lissabon, der die vorherigen Verträge ändert. Er ist darauf angelegt, die EU demokratischer, effizienter und transparenterer zu machen und außerdem zu befähigen, globale Herausforderungen anzugehen.

  • 2008 - 2009

    Im Januar 2008 führen Zypern und Malta den Euro ein, wodurch sich die Eurozone auf 15 EU-Mitgliedsländer ausweitet.
    Die Weltwirtschaft wird von einer schlimmen Finanzkrise getroffen. Auslöser der Krise sind geplatzte Hypothekenkredite in den Vereinigten Staaten. Auch eine Reihe europäischer Banken gerät in Schwierigkeiten. Die Krise führt zu einer engeren wirtschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den EU-Ländern.
    Im Januar 2009 wird der Euro gesetzliches Zahlungsmittel in der Slowakei. Im Juni 2009 finden in allen EU-Ländern die Europawahlen statt. 736 Europarlamentarier werden gewählt. Wahlbeteiligung insgesamt: 43,2 %. Das Europäische Parlament stimmt der Ernennung José Manuel Barrosos zum Präsidenten der Europäischen Kommission für eine weitere Amtszeit von fünf Jahren zu.Auf einer Tagung des Europäischen Rates wird Herman Van Rompuy zum ersten ständigen Präsidenten des EU-Rates ernannt. Gleichzeitig wird die britische Handelskommissarin Catherine Ashton Hohe Vertreterin der Union für Außen- und Sicherheitspolitik.
    Der Vertrag von Lissabon wird von allen EU-Ländern ratifiziert und tritt schließlich am 1. Dezember 2009 in Kraft.

  • 2010 - 2014

    Das neue Jahrzehnt beginnt mit einer schlimmen Wirtschaftskrise, aber auch mit der Hoffnung, dass die Investitionen in neue grüne und klimafreundliche Technologien und eine engere europäische Zusammenarbeit nachhaltiges Wachstum und Wohlstand bringen werden.
    Die 16 Euroländer einigen sich angesichts des griechischen Haushaltsdefizits auf ein Hilfspaket für Griechenland auch Irland schlüpft im Laufe des Jahres unter den Rettungsschirm.Die EU erklärt sich bereit, die irische Wirtschaft zu unterstützen, um die Stabilität des Euro zu sichern.
    Im Januar 2011 führt Estland den Euro als Währung ein und ist nunmehr 17. Mitglied des Euroraums.
    Drei neue europäische Finanzaufsichtsbehörden nehmen ihre Arbeit auf: die Europäische Bankaufsichtsbehörde, die Europäische Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung und die Europäische Wertpapieraufsichtsbehörde. Im Juli 2011 unterzeichnen die Länder des Euro-Raums einen Vertrag zur Schaffung des Europäischen Stabilitätsmechanismus, durch den die krisengefährdeten Länder des Euro-Raums einen Kreditrahmen von bis zu 500 Mrd. EUR erhalten können.
    Februar 2012: Die Schaffung eines Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) wird vertraglich besiegelt. Diese Einrichtung mit Sitz in Luxemburg wird den Ländern des Euroraums im Bedarfsfall helfen, ihre finanzielle Stabilität zu gewährleisten. Im Oktober tritt dann der Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) in Kraft. Der ESM ist das Kernstück der „Schutzmauer“ zur Gewährleistung der Finanzstabilität im Euro-Währungsgebiet.
    Juli 2013: Kroatien tritt der EU bei, womit sich die Zahl der EU-Mitgliedsländer auf 28 erhöht. Die EU hat nunmehr 24 Amtssprachen.
    Das europäische Grenzüberwachungssystem EUROSUR nimmt den Betrieb auf. Es soll die Herausforderungen der grenzüberschreitenden Kriminalität und illegalen Einwanderung angehen und verhindern, dass Migranten beim Versuch der Einreise über das Meer ihr Leben lassen.
    Lettland führt im Januar 2014 den Euro als Währung ein und ist nunmehr 18. Mitglied des Euroraums. Am 25.Mai finden die Wahlen zum Europäischen Parlament statt.

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Handbuch Europapolitik

 

Band 4 aus der Reihe Politik in Baden-Württemberg
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Vortragsfolien zur Europäischen Union

 

Auf mehreren Grafiken sind die Kompetenzen und Strukturen der europäischen Institutionen dargestellt. Sie können im Unterricht, als Schaubild oder Vortragsfolie eingesetzt werden. Die Vortragsfolien können auch direkt als Präsentationsdokument heruntergeladen werden.

 
 
 
 
 

Die EU - Eine Folienpräsentation

 

Hier finden Sie eine Reihe von ansprechend gestalteten Powerpoint-Folien über die Europäische Union, ihre Aufgaben und Arbeitsweise.

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